Weiterbauen statt Wegwerfen. Wo dem Vorhandenen zugehört wird.
Der Umbau für Yves versteht sich als Weiterbauen im Bestand mit einem bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Im Zentrum des Projekts steht der Versuch, möglichst viele bestehende Materialien und Bauteile weiterzuverwenden und den Rückbau nicht einfach als Entsorgung, sondern als Ausgangslage für Neues zu verstehen. Nicht als perfektes Vorzeigeprojekt, aber als bewusster Schritt mit Haltung hinzu einem zirkuläreren Bauen. Viele Elemente wurden deshalb erhalten, angepasst oder an anderer Stelle erneut eingesetzt. Bestehende Balken, Dämmmaterialien und weitere Teile des Innenausbaus konnten weiterverwendet werden. Auch die ursprüngliche Küche aus dem Obergeschoss wurde im Erdgeschoss erneut eingebaut und mit Teilen einer zweiten Küche aus einem anderen Rückbau ergänzt. Fenster und andere Bauteile wurden bewusst über Bauteilbörsen oder Second-Hand-Plattformen beschafft (z. B. Zentrum für Zirkuläres Bauen - zirkulie.net).
Räumlich wurde das Haus neu organisiert und offen gestaltet. Im Erdgeschoss entstand durch das Entfernen einer Zwischenwand ein zusammenhängender grosszügiger Raum mit Küche. Im Obergeschoss wurden fliessende Raumübergänge geschaffen und durch eine Balkonvorbaute ergänzt – ein Element, das dem Haus bisher fehlte und den Wohnraum selbstverständlich nach aussen erweitert. Gleichzeitig wurde die Küche neu angeordnet und ein grosszügiges Sitzfenster geschaffen, das Licht, Ausblick und Aufenthalt miteinander verbindet. Im Dachgeschoss wurden die bestehenden Zimmerstrukturen entfernt, sodass der Dachraum als offener Raum erlebbar wird. Ergänzt wird dieser durch eine neue Gaube mit Zugang auf den neuen Balkon und ein neu organisiertes Badezimmer.
Der Umbauzeigt einen einfachen und pragmatischen Umgang im Bereich zirkulären Bauen eines kleinen Umbauprojekts. Bestehendes wird dabei nicht als Einschränkung, sondern als wertvolle Ressource mit Potenzial für eine neue Zukunft verstanden.