Wo die Dächer weiterziehen

Mörschwil war um die Jahrhundertwende ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf auf einer sanft ausgebildeten Wiesterrasse. Ackerbau, Viehzucht und Milchwirtschaft formten über Generationen das Siedlungsbild, das bis heute in verstreuten, regionaltypischen Bauernhäusern und Ökonomiegebäuden ablesbar ist.

Im Ortsteil Riederen, heute auch industriell geprägt, ist diese landwirtschaftliche Herkunft weiterhin spürbar. Entlang der Strasse stehen ehemalige Stall- und Ökonomiegebäude in einer klaren Abfolge giebelständiger Volumen. Ihre langen Dachlinien und Proportionen fassen den Strassenraum und prägen die Silhouettebis heute.

Der Neubau versteht sich als Teil dieser gewachsenen Ordnung. Er tritt nicht als Solitär auf, sondern führt die Reihe weiter – in Volumen, Dachform und Materialisierung. Der langgestreckte Baukörper mit Satteldach nimmt die archetypische Klarheit der landwirtschaftlichen Nachbarn auf und entwickelt sie als Wohngebäude weiter.

Das Haus stärkt den Strassenraum, prägt den Eingang des Ortsteils und führt die landwirtschaftlich geprägte Bautradition in zeitgenössischer Form weiter - in einer Reihe, selbstverständlich und ruhig.

Status:
Studienauftrag
Bauherrschaft:
Koliba AG
Nutzung:
Wohnen
Einheiten:
10 Wohnungen
Fertigstellung:
-
Leistung:
Projektstudie